«Das ist eine Soldaritätsaktion mit positivem Effekt»

Wegen der Coronakrise fällt auch für die Raiffeisenbank Jungfrau das Weihnachtsessen aus. Als erste grosse Firma im östlichen Oberland kauft die Bank den «regio gutschein» als Geschenk für ihre Mitarbeiter.

Die Pandemie hat die Schweiz nach wie vor fest im Griff, auch das Oberland ist von den Auswirkungen stark betroffen. Mit der aktuellen, wirtschaftlichen Situation in der Region ist Bernhard Nufer, Vorsitzender Bankleitung Raiffeisenbank Jungfrau, bestens vertraut. «In diesem Jahr sinkt das Bruttosozialprodukt, also der BIP, in der Schweiz deutlich». Zwar sei man im Vergleich mit den Nachbarländern besser dran, aber das mache die Situation vor Ort nicht besser. «Positiv ist, dass der Bund die Kurzarbeitsentschädigung von 12 auf 18 Monate verlängert hat.» Das federe die negativen, wirtschaftlichen Auswirkungen etwas ab, denn in einer Tourismusregion wie dem Berner Oberland würden diese länger andauern. «Die fehlenden, ausländischen Gäste werden durch die Schweizer Gäste nicht in im gleichen Ausmass kompensiert», das sei jetzt in der Zwischensaison besonders spürbar. Wenn Tourismusunternehmen nicht mehr so erfolgreich seien wie in der Vergangenheit werde sich das auch auf die ganzen nachgelagerten Betriebe mit Dienstleistungen oder Handwerk niederschlagen, das sei eine logische Folge in einer Region, die zu 90 Prozent vom Tourismus abhängig sei. Der Immobilienmarkt wiederum verändert sich gemäss Nufer objektbezogen. «Die Wichtigkeit des Wohnens hat zugenommen, auch wegen Homeoffice». Objekte mit mehr Grundfläche und Garten oder grosszügiger Terrasse seien gefragt und preislich eher im Steigen begriffen. «Die Leute sind bereit, für diese Lebensqualität auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen.»

Eine lokale Währung

Bernhard Nufer bleibt für das 2021 verhalten optimistisch: «In dieser schwierigen Zeit müssen wir auch gerade im Oberland zusammenstehen», deshalb unterstützt die Raiffeisenbank die Idee des «regio gutschein». «Das Geld bleibt in der Region, lokale Unternehmen, Dienstleister, Restaurants und Hotellerie können damit direkt unterstützt werden.» Der «regio gutschein» sei fast wie eine lokale Währung: «Lokale Erlöse werden auch wieder lokal ausgegeben, das Geld kommt den Unternehmen vor Ort zugute, weil Gutscheine nur in unserer Region akzeptiert werden.» Der Regio Gutschein stärke also die regionale Wirtschaft, «das ist eine Solidaritätsaktion mit positivem Effekt». Die Coronakrise hat auch bei der Raiffeisen Spuren hinterlassen, der Bankbetrieb wurde Anfang Monat erneut reduziert, «die Gesundheit unserer Genossenschafter, Kunden und Mitarbeitenden haben für uns höchste Priorität», sagt dazu Bernhard Nufer. Das beliebte Mitarbeiteressen zu Weihnachten wurde aus bekannten Gründen ebenfalls abgesagt. Nun hat sich die Bankleitung entschieden, jedem Mitarbeitenden einen «regio gutschein» zu schenken, «vom Bankkader bis zur Reinigungskraft.» Gleichzeitig lanciert das Unternehmen in seinem Newsletter einen Wettbewerb und verlost ebenfalls Gutscheine. «Diese Investitionen sind unser Beitrag zur Solidarität und wir hoffen, dass viele andere Unternehmen unserem Beispiel folgen.»


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